Bock auf gute Laune

Eigentlich ist hier schon lange ein Beitrag in der Pipeline zu meinem momentanen absoluten Lieblingssalat. Der Beitrag kommt auch noch, versprochen. Dieser hier muss aber jetzt mal vorher raus.

Ich hatte nämlich heute einen dieser Tage, die ihr wahrscheinlich alle kennt. Bus verpasst, Reifenpanne, Kaffeetasse umgekippt (voll natürlich), von wildfremden Menschen angepampt worden – es gibt so viele Dinge, die einem den Tag vermiesen können. Heute war für mich so ein Tag. Ich wusste, dass der Tag stressig wird. Ich dachte, ich hätte mich mental darauf eingestellt und alles, was möglich ist, im Vorfeld gut geplant, um den Tag unbeschadet zu überstehen. Leider hat es irgendwie nicht so funktioniert, wie ich das erhofft hatte. Und das hat mir ganz grässlich die Stimmung verhagelt. Für mich war der Tag gelaufen, da war es noch nicht mal 15 Uhr. Ende, Aus, Feierabend, sprecht mich erst wieder morgen früh an – aber bitte nicht vor 6 Uhr!

Aber dann hatte ich überhaupt keine Lust mehr auf schlechte Laune. Ich wollte einfach gute Laune haben. Das Wetter ist schön. In unserem Garten blühen so herrliche Rosen. Die Vögel singen. Zwischendurch sieht man sogar das eine oder andere Insekt, dafür sind wir ja in diesen Zeiten besonders dankbar, oder? Und ich wollte mich wirklich nicht mehr über den Verlauf des Tages ärgern. Der Rest des Tages war mir dafür viel zu schade.

Und was soll ich euch sagen? Es hat funktioniert. Es sind nicht die Umstände, Ereignisse, Erlebnisse, die anderen Leute, die uns die Laune verhageln. Es sind wir selbst. Und es ist meine Entscheidung, ob ich schlecht drauf bin oder ob ich gut drauf bin. Ich habe euch ja schon mal in diesem Post berichtet, dass ich für meine Reisen beschlossen habe, dass sie schön werden und dass ich die Zeit genießen möchte, auch wenn nicht alles optimal läuft. Und genau tue ich jetzt auch, wenn ich nicht verreist bin. Ich genieße es. Jeden Tag. Jeden Moment. Sonnenschein – toll, es geht raus in den Garten. Regenwetter – Klasse, endlich mal wieder Zeit, um drinnen zu spielen oder es uns gemütlich zu machen. Und jedes Wetter dazwischen ist auch toll. Und wenn ich geschafft habe, endlich meine To do – Liste abzuarbeiten – hervorragend. Und wenn ich es nicht geschafft habe – egal, mehr Glück am nächsten Tag. Mir nimmt die Arbeit ohnehin niemand ab und sie läuft auch nicht davon.

Ich habe keine Lust mehr, mir die Laune verderben zu lassen. Nicht von anderen und schon gar nicht nicht von mir selbst. Der Tag ist viel zu schön dafür. Und es ist ein einzigartiger Tag meines Lebens. Er kommt nicht mehr zurück. Wenn er vorüber ist, ist dieser Tag meines Lebens vorbei. Es liegt einzig in meiner Hand, ob ich ihn genieße. Ob ich ihn guter Erinnerung behalte. Leider erhalten wir nicht als Ersatz für einen miesen Tag einen neuen, besonders aufregenden Tag als Zusatztag geschenkt, nach dem Motto: „Dein Tag war mies heute? Ok, weißt du was? Ich hänge dir einfach einen Zusatztag am Ende deines Lebens dran, ja?“ , Nein, vorbei ist vorbei. Niemand möchte doch wohl sein Leben als eine Aneindanderreihung mieser Tage erleben. Nur weil die Bahn unpünktlich war, das Auto ein Panne hatte, die Kinder etwas angestellt haben oder der Partner sich nicht an die getroffene Absprache gehalten hat. Und glaubt mir, ich weiß, wie sehr so etwas nerven kann…

Erinnert ihr euch noch an die Zeit vor 10 Jahren? Oder vor 20 Jahren? War eine tolle Zeit damals, oder? Und es waren nicht nur die Highlights, die toll waren. Wenn wir uns gern erinnern, dann weil der Alltag schön war. Weil wir Freude hatten, an dem, was wir getan haben. Weil wir glücklich waren (und es hoffentlich noch sind) mit den Menschen, die uns Tag für Tag umgeben.

Familie, Freunde, Nachbarn, Arbeitskollegen, die Leute in dem kleinen Laden, in dem ich regelmäßig einkaufe, die anderen Eltern, die ich täglich beim Abholen sehe, Mit manchen machen ich nur Smalltalk, manchen winke ich nur zu. Andere, wie meine Familie, umgeben mich jeden Tag, inspirieren mich, machen mich glücklich, bringen mich manchmal auf die Palme. Und können mich mit einer simplen Geste ganz schnell von dieser Palme wieder herunter holen.

Wenn ich überlege, wie viele tolle Menschen es in meinem Leben gibt, werde ich immer unglaublich dankbar. Dabei geht es gar nicht um die „Anzahl“, sondern um die Tatsache, von Menschen umgeben zu sein, von denen ich ganz viel lernen kann. Gut, es gibt auch Menschen, von denen möchte ich eigentlich nur lernen, wie ich nicht werden möchte. Aber von den allermeisten lerne ich so viel mehr.

Schau dich doch auch mal um, wer dich so Tag für Tag umgibt. Stell dir vor, dieser oder jener Mensch wäre nicht Teil deines Lebens und was dir dann fehlen würde.

Ich finde, das sind so viele Gründe, jeden Tag unter der Kategorie „gelungen“ abzulegen. Ich bin auch erst am Anfang dieser Reise. Es gibt ja Menschen, die von Natur aus stest gute Laune und die (fast) nicht aus der Ruhe zu bringen sind. Ich gehöre eigentlich nicht dazu. Ich muss mir auch jeden Tag erst noch bewusst machen, dass ich mir ja eigentlich nicht die Laune verderben lassen wollte. Aber wenn es mir gelingt, dann macht es mich so unsagbar froh. Wenn ihr da auch noch „Potential“ bei euch seht, dann kommt mit mir auf die Reise. Wenn nicht, dann lasst uns doch daran teilhaben, was euer Geheimnis für den unerschütterlichen Frohsinn ist.

In diesem Sinne wünsche ich euch einen wunderschönen Tag.

Alles Liebe,

Pippa